Hohe Renditechancen bei gleichzeitiger Sicherheit: Damit werben die Versicherungen für die Rentenversicherung mit Indexpartizipation. Doch ob dieses Versicherungsmodell wirklich halten kann, was es verspricht, ist zunehmend umstritten. So kritisierte beispielsweise Öko-Test dieses Versicherungsprodukt scharf.

Intransparenz der Rentenversicherung mit Indexpartizipation

Ein großer Kritikpunkt an der Rentenversicherung mit Indexpartizipation ist die Undurchschaubarkeit dieses Versicherungsprodukts. Dies ergibt sich aus einigen Gesichtspunkten.

Zunächst steht dabei im Vordergrund, dass die Versicherungsnehmer unter Umständen davon ausgehen, dass das komplette Kapital in Aktien angelegt wird. Dies ist nicht der Fall, da die Versicherung die Beiträge  in Sicherungsvermögen anlegt. Hingegen werden nur die aus dieser Investition erzielten Überschüsse in den Aktienindex angelegt. Außerdem erfolgt die Anlage nicht direkt in den jeweiligen Aktienindex. Stattdessen investieren die Versicherungsgesellschaften in der Regel in sogenannte Optionsgeschäfte auf den Aktienindex.

Weiterhin führt die Unvorhersehbarkeit der Rendite zur Intransparenz. Aufgrund der Abhängigkeit der Rendite von den Kursschwankungen des  Aktienindex sowie der Investition in kaum nachvollziehbare Optionsgeschäfte kann ein Versicherungsnehmer kaum die Rendite vorhersehen. Weiterhin führt auch die einseitige Festlegung des Caps oder der Quote zu Unsicherheiten. Die Versicherungsgesellschaft kann hierbei jährlich neu entscheiden, wie der Cap oder die Quote für das kommende Jahr aussehen soll. Dem Versicherungsnehmer ist es dabei nicht möglich, die Entwicklungen dieser Entscheidung abzusehen.

Hinzu kommt, dass die Anbieter in ihren angegebenen Beispielsrechnungen teilweise von Zuwächsen des Aktienindex ausgehen, die realistisch betrachtet eher unwahrscheinlich sind. Dies kann falsche Erwartungen beim Versicherten wecken.

In Hinblick auf die Rentenversicherung mit Indexpartizipation der Allianz hat das LG München (Urteil vom 23.03.2018 – 37 O 12326/17) bereits entschieden, dass durch die Werbung für diese Versicherung Verbraucher irregeführt werden (siehe Beitrag hierzu). Insbesondere die Investitionsstruktur sowie die Tatsache, dass der Cap die Rente maßgeblich mitbestimmt, sind für den Verbrauchern bei einer Werbung für eine Rentenversicherung mit Indexpartizipation häufig nicht ausreichend deutlich.

Sicherheit und hohe Kosten

Ein weiterer Gesichtspunkt bei der Kritik an der Rentenversicherung mit Indexpartizipation ist häufig die Werbung mit der Sicherheit des Kapitals. Ein Verlustrisiko in Hinblick auf die erbrachten Beiträge besteht zwar tatsächlich nicht. Jedoch bleibt es im schlechtesten Fall bei diesen Beiträgen ohne Verzinsung, da diese Versicherung keinerlei Rendite garantiert. Zieht man jedoch von diesen Beiträgen die Inflationsrate ab, handelt es sich doch um ein Verlustgeschäft aufgrund des Verlusts der Kaufkraft. Hinzu kommen häufig noch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten für eine solche Versicherung.

Aus diesen Gründen steigt die Kritik an der Rentenversicherung mit Indexpartizipation in letzter Zeit und macht diese Versicherung zunehmend umstritten. Dies führte zuletzt sogar zur einer Klage der Verbraucherzentrale Hamburg, die zu dem bereits angesprochenen Urteil des LG München führte.